Die sukzessive Digitalisierung aller Lebensbereiche hat in den letzten Jahren verschiedenste wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderungsprozesse initiiert. Innovative, digitale Wertschöpfungsprozesse treten vermehrt in den Vordergrund, während viele traditionelle Wirtschaftsbereiche an Bedeutung verlieren. Weltweit sehen sich Wettbewerbsbehörden mit der Herausforderung konfrontiert, dass aus den ökonomischen Spezifika digitaler Güter und Märkte ein überaus dynamisches Wettbewerbsgeschehen mit schnellen und erfolgreichen Markteintritten resultiert. Diese Besonderheiten der Digitalökonomie führten dazu, dass einige Digitalkonzerne Vormachtstellungen in vielen verschiedenen Märkten aufbauen konnten und nun in einem marktübergreifenden Wettbewerb um Innovationen, Schlüsselmärkte, Technologien und Daten stehen.

Dieses Buch widmet sich den besonderen Problemstellungen der kartellrechtlichen Prüfschritte „Marktabgrenzung“ und „Marktmachtprüfung“ in Fällen der Digitalökonomie. Bewährte Methoden der Kartellrechtsprüfung eignen sich nur bedingt, um etwa das Marktverhalten von digitalen Plattformen zu analysieren, die auf zwei- oder mehrseitigen Märkten auftreten und ihren Nutzern vorwiegend unentgeltliche Leistungen anbieten. Daher erweisen sich gewisse Adaptionen kartellrechtlicher Schritte als notwendig, um die tatsächlichen Wettbewerbsverhältnisse in digitalen Märkten zutreffend zu erfassen und auf dieser Grundlage die Notwendigkeit einer kartellrechtlichen Intervention korrekt zu beurteilen.“

 

„Marktabgrenzung und Marktmacht in der Digitalökonomie“ ist 2020 in der Schriftenreihe zum österreichischen und europäischen öffentlichen Recht im Verlag Österreich erschienen. Das Werk ist als Buch oder als eBook unter verlagoesterreich.at erhältlich

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Stefan Niederstrasser

Mag. Stefan Niederstrasser
Rechtsanwaltsanwärter